Mit einer politischen Theaterperformance für den öffentlichen Raum möchte Calaca e.V. in Reinickendorf die Diskussion über Menschen ohne Papiere in kreativer und ungewöhnlicher Art und Weise befördern und erreichen, dass das Thema eine breitere Öffentlichkeit bekommt und enttabuisiert wird.
Hierzu soll ein in seinen Grundzügen bereits seit 2007 erarbeitetes und dann weiterentwickeltes Konzept angewandt werden: Im Zentrum der Präsentation steht ein selbst gebauter und selbst bemalter Container (bestehend aus 8 Panelen), der sich zu einem Bühnenbild verwandeln lässt. Anfangs ist nur der rollende Container zu sehen, dann tauchen vereinzelt Arme und Beine auf. Später verlassen die Invisibles den Container, verwandeln seine Panelen zu einem Bühnenbild und agieren wie Comicfiguren: Sie tragen ein einheitliches Basiskostüm sowie einen bemalten Wäschesack als Maske und hantieren vor dem Bühnenbild mit zweidimensionalen Requisiten, die sie als Putzfrau, Babysitter, Malergehilfe, Küchenhilfe, Schuhputzer usw. identifizieren. Das ca. 10-minütige Stück endet mit einem Zitat aus Brechts Flüchtlingsgesprächen und der Demaskierung der Schauspieler. Sie nennen ihre Namen und nehmen die Zuschauer mit in den Container, wo sie ihren „Pass“ zeigen: es ist das Zeugnis ihrer Lebens- und Fluchtgeschichten.